Mobiles 

30 Designer, Architekten, Künstler und Fotografen sind für den Förderpreis der Landeshauptstadt München nominiert. Sie erhalten die Gelegenheit, in der Lothringer13 Halle, den Räumen einer ehemaligen Maschinenfabrik, ihre Arbeiten zu zeigen. Unser Beitrag versteht sich als Aus–einandersetzung und Dialog mit dem spezifischen Teilnehmerumfeld und baulichen Kontext, dem wir im Zusammenhang mit unserer eigenen Nominierung und Teilnahme an der Ausstellung begegnen.

Wir betrachten die Ausstellung als einen schönen Anlass, an diesem speziellen Ort eine temporäre Konstruktion zu errichten, die einerseits ein Zwiegespräch mit der Architektur der Halle etablieren möchte und andererseits von gemeinschaftlichem Nutzen für die Ausstellung und ihre Teilnehmer sein soll. Die Frage, die wir uns stellten, lautete: Was könnten wir als Architekten den Ausstellungsräumen, den Besuchern und Teilnehmern anbieten, das im besten Fall für den Ort und das Ereignis eine Bereicherung, ein Bindemittel zwischen der physischen Realität des Raumes und seinem temporären Inhalt darstellt? Die Geschichte und Konstruktion der Halle einerseits und die Vielfalt der gezeigten Werke und vertretenen Disziplinen andererseits waren die Ausgangspunkte, von welchen aus wir unseren Beitrag entwickeln.

Die brachliegenden Kranarme, Zwitterwesen zwischen Architektur und Werkzeug, gaben den Anstoß ein kleines Mobile zu bauen: Eine Konstruktion für Filmprojektionen aus Stahlprofilen und Bootsplanen. Das Mobile kann innerhalb der Halle an einem beliebigen Kranarm aufgehängt und in die gewünschte Position gedreht werden.

Auf die Plane wird ein Film projiziert, der selbst eine Konstruktion aus Videomaterial ist, welches nur im Kontext der Ausstellung entstehen konnte: 60 Sekunden kurze Videos, die auf unsere Bitte hin von den diesjährigen Mitnominierten gedreht und von uns zu einer Videomontage zusammengesetzt wurden. Die Aufnahmen zeigen deren Ateliers, Werkstätten und Büros. Der intime, filmische Einblick in die Arbeitswelten der Mitnominierten entspringt unserer eigenen Neugier, die Orte kennenzulernen, in denen das Ausgestellte gedacht und gemacht wird. Wir glauben, dass der ausschnitthafte Sprung in diese persönlichen Lebens– und Arbeitsräume den Blick auf die ringsum ausgestellten Arbeiten um einige Hinweise auf die Menschen und Entstehungsprozesse dahinter erweitern kann. Eine Sitzbank und ein Stehtisch aus Aluminium und Edelstahl, Prototypenmuster eines Aussenmöbelsystems, welches wir entwickelt haben, laden zu einem kurzen Verweilen und Zuschauen ein. 

 

unten: Filmstills Videocollage


2016

Ausstellungsbeitrag, realisiert

Ausloberin Förderpreis: Landeshauptstadt München
Projektteam: Rolf Berninger, Alexander Fthenakis, Lena Probst, Antonia Sivjakov, Susann Weiland
Schlosserarbeiten: Gruber Liedl Metallgestaltung GmbH

Bilder: Oliver Heissner, München / Fthenakis Ropee